Zu Besuch bei der Elternbildung Brugg

Als ich bei einbrechender Nacht das Haus gefunden hatte, ging ich davon aus, etwa 10 Vorstandsmitglieder zu treffen. Weit gefehlt, es waren zwei und schon waren wir durch mein grosses Erstaunen mitten im Thema. Aha, ihr seid der Vorstand und gleichzeitig auch jene

  • die seit dem letzten Herbst die Elternbildung Brugg übernommen haben, kurz bevor es zu spät war
  • die, die der Elternbildung Brugg einen Rechtsform gegeben haben – ein Verein
  • die, die Website betreiben, die eine Facebooksite eröffnet haben
  • die, die Flyer gestalten, ausdrucken, aufhängen und da und dort auflegen
  • die, die Elternbildnerinnen suchen und buchen
  • die, die Räume für die Kurse mieten und oft auch selber einrichten
  • die, die Anmeldungen entgegen nehmen und schauen, dass bezahlt wird
  • die, die mit Bekannten reden und sich vernetzen, um junge Eltern für Elternbildungsanlässe zu gewinnen
  • die, die zuversichtlich damit rechnen, dass die Kosten gedeckt werden können

Mitten im Thema heisst: Sich für Elternbildung einzusetzen ist ein hartes Pflaster. Alle scheinen es zu wollen, wenige sind bereit, etwas dafür zu geben. Ich höre jedenfalls in meinem Berufskontext von Gemeinderäten, Sozialarbeiterinnen, Lehrern, Kitaleiterinnen, Schulleiterinnen

Die Eltern sollten ihre Kinder besser erziehen, dadurch könnten viele Probleme verhindert werden.

Genauso ist es. Probleme verhindern! Das heisst, Elternbildung kann durchaus eine präventive Wirkung haben. Manchmal reicht eine kleine Erkenntnis, um viel in Bewegung zu bringen. Zum Beispiel

Anstatt dem Kind von der Küche aus Mahnungen zuzuschreien, kann man zu ihm hin, sich ihm zuwenden, es anschauen und ihm in unaufgeregtem Ton sagen, was man von ihm möchte. Eigentlich so, wie man es bei Erwachsenen auch tun würde – gleichwürdig nennt man dies.

Tönt irgendwie simpel mein Beispiel. Es kann jedoch das Verhältnis zwischen Eltern und Kind ändern und dies kann sich sehr gut auswirken, auch auf die Schule. Denn Kinder, die es gewohnt sind, nicht mehr zuzuhören, tun dies auch anderswo.

Der Besuch bei Andrea und Cyrill Schlecht, dem Vorstand der Elternbildung Brugg, hat mich beeindruckt. Ich wurde herzlich empfangen und professionell durch das Gespräch geführt. Was will man mehr. Wenn die Elternbildung Brugg so geleitet wird, hat sie gute Chancen, an Höhe zu gewinnen oder Wind in die Segel zu kriegen.

Mein Fazit

Von guter Elternbildung profitieren das Gemeinwesen und die Schulen. Heute genügt oft die Intuition der Eltern nicht mehr, um Kindern Orientierung zu geben. Die Welt, auch die virtuelle, erzieht mit und dafür tragen wir alle eine Mitverantwortung. Darum verdienen Leute, die mit Kursen und Workshops Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken auch Anerkennung und materielle Unterstützung, zum Beispiel

  • Kostenlose Räume
  • Einen Beitrag an die Kosten für die Administration
  • Hilfe bei der Bewerbung der Angebote
  • Beiträge an Eltern, die Kurse nicht bezahlen können
  • Elternbildner/innen, die mit ihren Angeboten nachweislich die Erziehungskompetenz der Eltern stärken

Herzlichen Dank, Andrea und Cyrill Schlecht, ich hoffe, ihr findet die Unterstützung, die ihr braucht, um die Elternbildung Brugg weiter zu führen

Marianne Steiner, Leiterin der Elternbildung Aargau

Zur Elternbildung Brugg
2018-03-10T11:50:43+00:00